Die Bergpredigt

Jesu Botschaft von der neuen Gerechtigkeit: 
(Mt 5,1-7,29)

5:1 Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg.
Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
5:2 Dann begann er zu reden und lehrte sie.
5:3 Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
5:4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
5:5 Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. 5:6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
5:7 Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
5:8 Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
5:9 Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
5:10 Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
5:11 Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
5:12 Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.
Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.

Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt: 5,13-16
5:13 Ihr seid das Salz der Erde.
Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen?
Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
5:14 Ihr seid das Licht der Welt.
Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
5:15 Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. 5:16 So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Vom Gesetz und von den Propheten: 5,17-20 
5:17 Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben.
Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
5:18 Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
5:19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein.
Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. 5:20 Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Vom Töten und von der Versöhnung: 5,21-26 
5:21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
5:22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. 5:23 Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
5:24 so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.
5:25 Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist.
Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen.
5:26 Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

Vom Ehebruch: 5,27-30 
5:27 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
5:28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
5:29 Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg!
Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
5:30 Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg!
Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.

Von der Ehescheidung: 5,31-32 
5:31 Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.
5:32 Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

Vom Schwören: 5,33-37 
5: 33 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.
5:34 Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,
5:35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.
5:36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
5:37 Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

Von der Vergeltung: 5,38-42 
5:38 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.
5:39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.
5:40 Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel.
5:41 Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.
5:42 Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

Von der Liebe zu den Feinden: 5,43-48 
5:43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
5:44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
5:45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
5:46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?
5:47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
5:48 Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Vom Almosen: 6,1-4 
6:1 Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
6:2 Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden.
Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
6:3 Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.
6:4 Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Vom Beten – Das Vaterunser: 6,5-15 
6:5 Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler.
Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden.
Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
6:6 Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.
Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
6:7 Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
6:8 Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
6:9 So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt,
6:10 dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.
6:11 Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
6:12 Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
6:13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
6:14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
6:15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Vom Fasten: 6,16-18 
6:16 Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler.
Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten.
Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
6:17 Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, 6:18 damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Von der falschen und der rechten Sorge: 6,19-34
6:19 Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,
6:20 sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.
6:21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
6:22 Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein.
6:23 Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein.
Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!
6:24 Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
6:25 Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt.
Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?
6:26 Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie.
Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
6:27 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
6:28 Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
6:29 Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
6:30 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
6:31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
6:32 Denn um all das geht es den Heiden.
Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
6:33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
6:34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.
Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Vom Richten: 7,1-5 
7:1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
7:2 Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.
7:3 Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
7:4 Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und dabei steckt in deinem Auge ein Balken?
7:5 Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

Von der Entweihung des Heiligen: 7,6 
7:6 Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.

Vom Vertrauen beim Beten: 7,7-11 
7:7 Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.
7:8 Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
7:9 Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet,
7:10 oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet?
7:11 Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.

Die Goldene Regel: 7,12 
7:12 Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!
Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

7:13 Von den zwei Wegen: 7,13-14 
7:13 Geht durch das enge Tor!
Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm.
7:14 Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.

Von den falschen Propheten: 7,15-23 
7:15 Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe.
7:16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?
7:17 Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte.
7:18 Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten.
7:19 Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
7:20 An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.
7:21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. 7:22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?
7:23 Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!

Vom Haus auf dem Felsen: 7,24-27 
7:24 Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
7:25 Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
7:26 Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.
7:27 Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.

Die Wirkung der Bergpredigt: 7,28-29 
7:28 Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre;
7:29 denn er lehrte sie wie einer, der (göttliche) Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.

Heilfasten Tag 10 Geburt

Die größte Rebellion – mache nur was dich erfreut.

Sobald die Sonne aufgeht,
beginnen wir zu arbeiten.
Sobald die Sonne untergeht,
ruhen wir uns aus.
Wir graben den Brunnen und wir trinken.
Wir pflügen das Land und wir essen.

Was geht die Macht des Tao uns an?

Heilfasten Tag 9

„Soll doch mein Körper hier auf dem Platz vertrocknen, mögen mir Haut, Knochen und Fleisch hinschwinden, bevor ich nicht die in vielen Weltzeitaltern schwer zu erlangende Erleuchtung erreicht habe, werde ich mich nicht von diesem Sitz regen.“

Heilfasten Tag 8

Was auch immer auftaucht an Gefühlen, Gedanken, Objekten, ist beobachtbar,
das heißt, es wird von etwas anderem gesehen.

Was ist das, was beobachtet?

Heilfasten Tag 7

Buddha und das Leid

– Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.

– Vergänglichkeit ist das Merkmal eines jeden Umstandes, einer jeden Situation, auf die du treffen wirst.
Alles wird sich verändern, es wird verschwinden oder es wird dich nicht länger befriedigen.

– Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, mit Ungeliebten vereint sein, von Geliebten getrennt sein, nicht erreichen, was man begehrt – all das ist Leiden.

– Der Mensch leidet, weil er Dinge zu besitzen und zu behalten begehrt, die ihrer Natur nach vergänglich sind.

– Was wird, vergeht.

– So wie der Acker verdorben wird durch Unkraut, wird der Mensch verdorben durch seine Gier.

– Groll mit uns herumtragen ist wie das Greifen nach einem glühenden Stück Kohle in der Absicht, es nach jemandem zu werfen.
Man verbrennt sich nur selbst dabei.

Buddha und das Glück

– In steter Veränderung ist diese Welt. Wachstum und Verfall sind ihre wahre Natur.
Die Dinge erscheinen und lösen sich wieder auf. Glücklich, wer sie friedvoll einfach nur betrachtet.

– Es gibt eine Vollkommenheit tief inmitten alles Unzulänglichen.
Es gibt eine Stille, tief inmitten aller Ratlosigkeit.
Es gibt ein Ziel, tief inmitten aller weltlichen Sorgen und Nöte.

– Niemand rettet uns, außer wir selbst.
Niemand kann und niemand darf das. Wir müssen selbst den Weg gehen.

– Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft.
Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.

– Lass deinen Geist still werden wie einen Teich im Wald.
Er soll klar werden, wie Wasser, das von den Bergen fließt.
Lass trübes Wasser zur Ruhe kommen, dann wird es klar werden, und lass deine schweifenden Gedanken und Wünsche zur Ruhe kommen.

– Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg.

– Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.

– Gib es auf zu gewinnen – und finde das Glück.

– Lerne loszulassen. Das ist der Schlüssel zum Glück.

– Nach der Reue ist mein Herz leicht wie eine Wolke, die unbeschwert am Himmel dahin segelt.

– Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

Buddha und die Menschen

– Alle Menschen sind Eins. Was sie unterscheidet, ist der Name, den man ihnen gibt.

– Niemals in der Welt hört Hass durch Hass auf. Hass hört durch Liebe auf.

– Alles verstehen heißt alles verzeihen.

– Vergangene Liebe ist bloß Erinnerung. Zukünftige Liebe ist ein Traum und ein Wunsch.
Nur in der Gegenwart, im Hier und Heute, können wir wirklich lieben.

– Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden ohne daß ihr Licht schwächer wird.
Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.

Buddha und die Arbeit

– Wer seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte sich an den Bienen ein Beispiel nehmen.
Sie sammeln den Honig, ohne die Blumen zu zerstören.
Sie sind sogar nützlich für die Blumen. Sammle deinen Reichtum, ohne seine Quellen zu zerstören, dann wird er beständig zunehmen.

– Das Geheimnis des außerordentlichen Menschen ist in den meisten Fällen nichts als Konsequenz.

– Spannst du eine Saite zu stark, wird sie reißen. Spannst du sie zu schwach, kannst du nicht auf ihr spielen.

Buddha und das Leben

– Fünf Regeln merk dir fürs tägliche Leben:
Sei stets mitleidig und schätze das geringste Leben.
Gib und nimm freimütig, aber nie ungebührlich, lüge nie, sei sittsam, meide die Gifte des Genusses und achte stets die Frauen.

– Zwei Dinge sollst du meiden, o Wanderer: die zwecklosen Wünsche und die übertriebene Kasteiung des Leibes.

– Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen.
Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.

– Der Weg liegt nicht im Himmel. Der Weg liegt im Herzen.

– Das beste Gebet ist Geduld.

– Gut zu reisen ist besser als anzukommen.

Buddha und der eigene Weg

– Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat.
Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht.
Glaube nichts, weil es als heilig gilt.
Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt.
Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

– Die Lehre gleicht einem Floß, das man benutzt, um über einen Fluss ans andere Ufer überzusetzen, das man aber zurücklasst und nicht mehr mit sich herumschleppt, wenn es seinen Zweck erfüllt hat.

– Jeder von uns ist allwissend.
Wir müssen lediglich unser Bewusstsein öffnen, um unserer eigenen Weisheit zu lauschen. Das Herz kennt den Weg.

Was möchtest Du loslassen?

Heilfasten Tag 6

Dein Herz schlägt jetzt, es kennt nur die Gegenwart

Ich spreche hier nicht philosophisch. Ich erkläre nur die Tatsache, die so einfach ist, dass du sie in dir selbst beobachten kannst:
Dein Herz schlägt jetzt. Es kann nicht in der Vergangenheit schlagen, es kann nicht in der Zukunft schlagen.

Das Herz kennt nur die Gegenwart, deshalb ist es total rein.

Das Herz ist nicht von vergangenen Erinnerungen verunreinigt, durch Wissen, durch Erfahrung, durch all das, was dir gesagt und gelehrt wurde, durch die Schriften, durch die Traditionen. Es kennt nichts von all dem Unsinn!

Und es kennt nichts von der Zukunft, von dem Morgen.
Für das Herz existiert die Vergangenheit nicht mehr, die Zukunft ist noch nicht da.
Es ist total da. Es ist unmittelbar.

Doch der Verstand ist genau das Gegenteil des Herzens:
Der Verstand, das Denken, ist niemals jetzt, hier.
Entweder denkt er an schöne Erfahrungen aus der Vergangenheit oder er wünscht sich die gleichen schönen Erfahrungen für die Zukunft.

Der Verstand pendelt ständig zwischen Vergangenheit und Zukunft, er hält nie in der Gegenwart an.
Er ist sich überhaupt nicht über die Gegenwart bewusst. Für den Verstand gibt es keine Gegenwart.

Keine Vergangenheit,
keine Zukunft,
nur die Gegenwart existiert

Verstehe diesen Punkt:
Die Gegenwart ist das einzige Ding was existiert, doch für den Verstand ist die Gegenwart das einzige Ding, das es nicht gibt. Die Vergangenheit besteht nicht, die Zukunft besteht nicht, doch das sind genau die Dinge, die für den Verstand existieren.

Der Kopf ist das Problem… und das Herz ist die Lösung. Das Kind funktioniert vom Herzen. Wenn du zu wachsen beginnst, bewegst du dich vom Herzen in den Kopf. Bis zu deinem Universitätsabschluss hast du das Herz vollständig vergessen. Du bist im Kopf aufgehängt, deine ganze Energie hat sich in den Kopf bewegt.

Jetzt weißt du nichts über die Wirklichkeit.
Du bist voller Müll – Schul-Müll, akademischen Unsinn. Du magst ein Prof. Dr. Dr. sein. Du weißt viel und dabei überhaupt nichts — denn wirkliches Wissen geschieht im Herzen, nicht im Kopf.
Und die Universitäten bestehen, um deine Energien vom Herzen in den Kopf zu ziehen.

Wenn du dir über das Falsche bewusst geworden bist, beginnst du dir des Wahren bewusst zu werden.

Was die Wahrheit ist, kann nicht gelehrt werden, aber dir kann auf jeden Fall klar gemacht werden, was keine Wahrheit ist.
Du wurdest dressiert, du kannst wieder ent-konditioniert werden.
Du wurdest hypnotisiert — als Hindu, Muslim, Christ, Jain…

Die Funktion eines Meisters ist dich zu ent-hypnotisieren.
Wenn du einmal ent-hypnotisiert bist, wirst du plötzlich fähig, die Wahrheit zu sehen.
Die Wahrheit braucht nicht gelehrt zu werden.“

Osho, Zitat – Auszug aus The Dhammapada:
The Way of the Buddha, Vol 1, #3

Heilfasten für die Welt Tag 5

Sich reinigen

Wenn du auf jemanden wütend bist und deine Wut zum Ausdruck bringst, wird der andere nicht still sitzen bleiben wie ein Buddha. Er ist keine Marmorstatue; er wird auch etwas tun. Du drückst deine Wut aus, er drückt seine Wut aus.

Das macht dich noch wütender. Wut oder Gewalt erzeugen auf der anderen Seite dasselbe, und es wird mit doppelter Münze heimgezahlt. Und dann gehst du noch mehr darauf ein, weil man dir sagte, du sollst es ausdrücken.

Wenn du wütend bist, geh in dein Zimmer, schließ die Tür zu. Schlag ein Kissen, stell dich vor den Spiegel und schrei dein Spiegelbild an. Sag alles, was du noch nie zu jemandem gesagt hast und schon immer sagen wolltest. Aber es muss deine Privatsache bleiben, sonst nimmt es kein Ende. Die Dinge bewegen sich immer im Kreis, und wir wollen sie nun zu Ende bringen.

Wenn du also negative Gefühle gegenüber jemandem hast, hat es mit dieser Person überhaupt nichts zu tun. Du hast eine bestimmte Menge Wut in dir. Diese Wut muss ins Universum entlassen werden, du darfst sie nicht in dir unterdrücken.

Wenn ich sage: „Drück es aus“, dann meine ich immer privat, dann, wenn du alleine bist. Es ist eine Meditation, es ist kein Kampf. Wenn du traurig bist, setz dich in dein Zimmer und fühl dich so traurig wie du kannst – das verletzt niemanden. Sei richtig traurig und beobachte, wie lange es anhält. Nichts bleibt für immer, bald wird es vorüber sein. Wenn du dich nach weinen fühlst, weine – aber nur privat.

Diese Dinge haben mit anderen nichts zu tun. Es ist nur dein Problem, warum sollte man das öffentlich machen? Und wenn man es macht, hilft das gar nichts, im Gegenteil, die Probleme werden vergrößert. Setz dich jeden Abend, bevor du schlafen gehst, eine Stunde lang auf dein Bett und mach all die verrückten Sachen, die du machen wolltest, die die Leute machen, wenn sie wütend sind, gewalttätig, zerstörerisch. Das bedeutet nicht, dass du kostbare Dinge zerstören musst; du brauchst nur Papier in kleine Schnitzel zerreißen und sie überall rumschmeißen, dann weißt du Bescheid. Und das ist auch genug.

Zerstöre irgendetwas, das kann etwas völlig Wertloses sein – aber mach das, wenn du allein bist, du wirst hinterher ganz erfrischt sein.

Wenn du öffentlich etwas machen möchtest, dann mach das, was ich dir über diese Eingeborenen erzählt habe. Du kannst zu der Person gehen, über die du wütend warst und ihr sagen: „Ich war wütend auf dich, und als ich allein war, habe ich dich angeschrien, ich habe dich beschimpft und dir hässliche Dinge an den Kopf geworfen, bitte verzeih mir. Ich habe das gemacht, als ich allein war, denn es war mein Problem, es hat nichts mit dir zu tun. Aber es war auf eine Art doch an dich gerichtet und du weißt nichts davon, deshalb muss ich mich bei dir entschuldigen.“

Das muss man öffentlich machen. Und damit können Menschen einander helfen. Diese Person wird nicht wütend sein, sie wird sagen: „Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, du hast mir nichts getan. Und wenn du dich jetzt gereinigt fühlst, dann war das eine gute Übung.“

Also bring deine Negativität, deine Hässlichkeiten nicht in die Öffentlichkeit, sonst schaffst du große Probleme, wo du kleine lösen willst. Sei wirklich sehr vorsichtig. Alles Negative sollte in deiner Privatsphäre bleiben, wenn du allein bist. Und wenn du darüber reden möchtest – vielleicht hast du voller Hass an jemanden gedacht, vielleicht wolltest du ihn töten, als du dein Papier zerrissen hast – geh zu ihm und bitte ihn demütig um Vergebung.

Und hier kannst du den Unterschied zwischen mir und den sogenannten westlichen Therapien sehen, sie haben keine – ihre Befreiung ist nur vorübergehend.

Du musst ein für alle mal verstehen, dass jedes Problem dein eigenes ist, deshalb musst du es auch lösen, wenn du allein bist.

Wasch deine schmutzige Wäsche nicht in der Öffentlichkeit. Das ist nicht nötig. Warum solltest du unnötig andere Menschen da hinein ziehen? Warum solltest du dich unnötig als hässlich darstellen?

Behalte deine privaten Probleme einfach für dich. Gruppentherapien helfen nicht so sehr, denn du kannst in der Gesellschaft gar nicht anwenden, was du in der Gruppe machst. Und die Gruppe kann nicht zu deinem ganzen Leben werden, außerhalb der Gruppe hast du wieder dieselben Probleme.

Was ich dir gebe ist eine einfache Methode, die du leicht allein machen kannst. Entrümple dein Unterbewusstsein und komm dann in der Außenwelt mit anderen Menschen zusammen – dann ist dein Gesicht sanfter, deine Augen sind klarer und dein Verhalten ist menschlicher.

Osho, Transmission of the Lamp, Talk #10

Heilfasten Tag 4

Gute Wünsche für die Welt.

Mögen alle fühlenden Wesen mit dem Weg großen Mitgefühls und allumfassender Weisheit gesegnet sein.

Mögen alle Wesen im gesamten Universum, die von körperlichem Schmerz sowie geistigen und seelischen Leiden geplagt sind, durch meine Ansammlung von Gutem unermessliche Freude und Zufriedenheit erlangen.

Möge ihr Glück niemals abnehmen.

Mögen sie allesamt eine Welt unvergänglicher Freude erlangen.

Mögen alle, wenn die Boten des Todes kommen, frei von Furcht sein und von Weisheitswesen in die himmlischen Gefilde reiner, höchster Freude geleitet werden.

Mögen die intensiven Leiden und Ängste der von Hass und unersättlicher Gier erfüllten Wesen aufgelöst werden.

Möge das unermessliche Leid der Tiere, die sich gegenseitig auffressen und von den Menschen sklavisch gehalten, gequält und brutal getötet werden, ein Ende nehmen.

Mögen alle fühlenden Wesen, Menschen, Tiere, sichtbare wie unsichtbare Wesen, ein für allemal von ihrer Unwissenheit, der Wurzel aller Leiden, befreit sein.

Mögen jene, die unter Kälte leiden, gewärmt werden.

Mögen jene, die unter Hitze leiden, Kühlung finden.

Mögen alle, die keine oder nur zerlumpte Kleidung haben, Kleider erhalten.

Mögen die Hungrigen zu Essen bekommen.

Mögen die Durstigen ihren Durst stillen.

Mögen die Blinden sehen, die Tauben hören, die Stummen reden.

Mögen die Furchtsamen furchtlos werden.

Mögen alle, die von Kummer und Sorgen geschlagen sind, Freude finden.

Mögen die Verzagten und Mutlosen Entschiedenheit und Mut erlangen.

Mögen die Verzweifelten und Depressiven Inspiration und Stärke finden.

Mögen die Kranken vollkommene Gesundheit erlangen und von allen Behinderungen befreit sein.

Mögen die Schwachen stark werden und mitfühlende Herzen füreinander haben.

Mögen alle schwangeren Frauen ihre Kinder ohne Schmerzen gebären.

Mögen alle Reisenden sicher ihr Ziel erreichen.

Mögen jene, die sich auf falschen Wegen verirrt haben, Freunde treffen, die ihnen den richtigen Weg zeigen.

Mögen die geistig Kranken und Hilflosen von den Göttern beschützt werden.

Mögen alle Wesen Muße haben und von Aufrichtigkeit und Vertrauen erfüllt sein.

Mögen sie immer gesund und glücklich leben und selbst das Wort Tod nicht hören.

Möge es immer zur rechten Zeit Regen geben.

Möge es immer eine reiche Ernte geben.

Mögen die Völker der Welt wohlhabend sein.

Mögen die Regierenden die rechte ethische Gesinnung haben und Freiheit und Toleranz fördern.

Mögen alle Wesen von Mitgefühl erfüllt sein.

Möge kein fühlendes Wesen unglücklich, vernachlässigt und verachtet sein.

Möge ich in glücklichen und schwierigen Lebenslagen immer mit Stärke und Kraft versehen sein.

Möge ich in all meinen Leben immer wieder den Weg großen Mitgefühls und allumfassender Weisheit beschreiten.

Möge ich dem Beispiel der großen Wesen folgen, die unentwegt voller Mitgefühl für das Wohl aller wirken.

Möge ich, solange wie die Welt existiert, den Wesen helfen, sich von ihrem Leid zu befreien.

Mögen all ihre Leiden in mir heranreifen.

Möge all mein Glück in den fühlenden Wesen zur Reife gelangen.

Möge die Lehre von Mitgefühl und Weisheit, die einzige Medizin für das Leiden der Welt und die Quelle allen Wohlergehens und aller Freude, für alle immer verfügbar sein

Heilfasten Tag 3

Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken Indiens und bedeutet soviel wie die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“. Vipassana wurde in Indien vor über 2500 Jahren von Gotama, dem Buddha, wiederentdeckt und von ihm als ein universelles Heilmittel gegen universelle Krankheiten, als eine Kunst zu leben gelehrt. Keiner bestimmten Religion zugehörig, strebt diese Technik, die vollständige Beseitigung geistiger Unreinheiten und letztendlich das Glück vollkommener Befreiung an.

Vipassana ist ein Weg der Selbstveränderung durch Selbstbeobachtung. Der Fokus liegt auf der tiefen Wechselbeziehung zwischen Körper und Geist, die durch eine geschulte, auf die körperlichen Empfindungen gerichtete Achtsamkeit auf direktem Wege erfahren werden kann. Diese Empfindungen bestimmen das Leben des Körpers und beeinflussen so im ständigen Wechselspiel die Konditionierung des Geistes. Die auf eigene Beobachtung gründende, selbsterforschende Reise zu dem gemeinsamen Ursprung von Geist und Körper löst die geistigen Unreinheiten auf und führt zu einem ausgeglichenen Geist voller Liebe und Mitgefühl.

Die Naturgesetze, die unser Denken, unsere Gefühle, unsere Urteile und Empfindungen steuern, werden eindeutig erkennbar. Durch direkte Erfahrung wird verständlich, wie man Fortschritte oder Rückschritte macht, wie man Leiden schafft oder sich vom Leiden befreit. Gesteigerte Achtsamkeit, das Erkennen von Illusionen, Selbstkontrolle und Frieden werden zu Kennzeichen des eigenen Lebens.

Die Tradition

Seit der Zeit des Buddhas bis zum heutigen Tage wurde Vipassana durch eine ununterbrochene Kette von Lehrern weitervermittelt. Herr S.N. Goenka, der gegenwärtige Lehrer in dieser Kette, ist trotz indischer Herkunft in Burma (Myanmar) geboren und aufgewachsen. Während seiner Zeit in Burma hatte er das Glück, von seinem Lehrer Sayagyi U Ba Khin, der damals ein hoher Regierungsbeamter war, Vipassana zu lernen. Nach vierzehnjähriger Meditationspraxis und Ausbildung unter seinem Lehrer siedelte S.N. Goenka 1969 nach Indien über und begann dort, Kurse in Vipassana abzuhalten. Seitdem hat er Zehntausende von Menschen unterschiedlichster Herkunft und aller Religionen, aus West und Ost in dieser Technik unterrichtet. 1982 begann er mit der Ernennung von Assistenzlehrer/innen, um der weltweit wachsenden Nachfrage nach Vipassana-Kursen gerecht zu werden.

Die Kurse

Die Technik wird in 10-Tage-Kursen gelehrt. Die Teilnehmer folgen den  Teilnahmebedingungen für Meditationskurse, erlernen die Technik in ihren Grundzügen und praktizieren ausreichend, um die positiven Auswirkungen zu erfahren.

Der Kurs erfordert sorgfältiges, ernsthaftes Arbeiten. Das Erlernen der Technik setzt sich aus drei Schritten zusammen: Die erste Stufe besteht darin, für die Zeitdauer des Kurses nicht zu töten, nicht zu stehlen, sich jeglicher sexueller Aktivitäten sowie unlauterer Rede zu enthalten und auf die Einnahme von Drogen oder Alkohol zu verzichten. Das Einhalten dieser ethisch-moralischen Grundlage hilft, den Geist zu beruhigen. Dies ist eine notwendige Voraussetzung für die Arbeit der Selbstbeobachtung. Der nächste Schritt besteht darin, eine gewisse Herrschaft über den eigenen Geist zu entwickeln. Dabei lernt man, seine Achtsamkeit kontinuierlich auf das Hereinströmen und Herausfließen des Atems am Eingang der Nasenlöcher zu richten und sich so der Realität des natürlichen, sich fortwährend verändernden Atemflusses bewusst zu werden. Mit dem Erreichen des vierten Tages ist der Geist ruhiger, konzentrierter geworden und ist nun besser in der Lage, mit der Praxis von Vipassana zu beginnen: die Beobachtung der Empfindungen auf der Ebene des Körpers, das Verstehen ihrer wahren Natur und die Entwicklung von Gleichmut, indem man lernt, nicht auf sie zu reagieren. Zum Abschluss des Kurses lernen die Teilnehmer/innen die Meditation der liebevollen Güte, des Wohlwollens gegenüber allen Wesen. Hierbei teilen sie die Reinheit, die sie sich während dieses Kurses erarbeitet haben, mit allen Wesen.

Die gesamte Praxis von Vipassana ist ein geistiges Training. So wie wir körperliche Übungen nutzen, um unsere physische Gesundheit zu verbessern, können wir Vipassana nutzen, um einen gesunden Geist zu entwickeln.

Weil es sich als sehr hilfreich erwiesen hat, wird großer Wert darauf gelegt, die Technik in ihrer ursprünglichen, authentischen Form zu bewahren. Vipassana wird nicht kommerziell gelehrt, sondern allen ernsthaft Interessierten frei angeboten. Keine Person, die mit der Lehre der Technik in Verbindung steht, erhält irgendeine Form von materieller Vergütung. Für die Kurse werden keinerlei Gebühren erhoben, auch nicht für Unterkunft und Verpflegung. Alle Kosten werden durch Spenden von Teilnehmer/innen früherer Kurse beglichen, die nach dem Besuch eines 10-Tage-Kurses die positiven Wirkungen von Vipassana erfahren haben und anderen ebenfalls diese Erfahrung ermöglichen wollen.

Natürlich kommen die Ergebnisse erst nach und nach durch regelmäßige Praxis. Es wäre unrealistisch, zu erwarten, dass sich bereits nach zehn Tagen alle Probleme lösen ließen. Man kann innerhalb dieser Zeitspanne jedoch die wesentlichen Grundlagen von Vipassana erlernen und ist so in der Lage, diese Technik auch im Alltag anzuwenden. Je mehr man sie praktiziert, um so größer wird die Freiheit vom Leiden und um so näher kommt man dem letztendlichen Ziel der vollkommenen Befreiung. Schon 10 Tage können Ergebnisse bringen, die offensichtlich und erkennbar wertvoll für das tägliche Leben sind.

Alle ernsthaft Interessierten sind herzlich eingeladen, an einem Vipassana-Kurs teilzunehmen, um selbst zu erkennen, wie die Technik funktioniert und ihre positiven Auswirkungen selbst zu beurteilen. Wer dieser Technik ausprobiert, kann darin ein Werkzeug von unschätzbarem Wert entdecken, mit dessen Hilfe Sie wirkliches Glück erlangen und mit anderen teilen können.

Weitere Informationen:
https://dvara.dhamma.org/de/kurse/

Hungerstreik Tag 2

Ziel: Wahrheit durch Stille.
Es ist nicht mehr erlaubt als Mensch im Außen zu protestieren.
Jetzt hat man mir Maulkorb verpasst.
Es hört auch niemand mehr zu. Also gehe ich nach Innen.

Bis in die Tiefe meines Herzens, wo die Seele der ganzen Menschheit ruht…