Unser Leben… ist das Ganze!

Diese Einheit aus Wissen, Fühlen und Handeln, die wir als unser eigentliches Wesen bezeichnen, kann unmöglich in einem bestimmten Augenblick vor nicht allzu langer Zeit aus dem Nichts entsprungen sein.
Vielmehr ist dieses Wissen, Fühlen und Handeln seinem Wesen nach ewig, unveränderlich und eins bei allen Menschen oder besser gesagt bei allen empfindenden Lebewesen.
Aber nicht in dem Sinn, dass wir ein Teil, ein Stück, ein Aspekt oder eine Modifikation eines ewigen und unendlichen Wesens sind, wie etwa im Pantheismus von Spinoza, denn wir sollten uns auch fragen:
Welcher Teil, welcher Aspekt sind wir?
Was unterscheidet uns objektiv von den anderen?
Nein, so unverständlich es auch für das normale Denken sein mag,
wir – und alle anderen bewussten Wesen als solche – existieren in Einem. Deswegen ist unser Leben, das wir leben, nicht lediglich ein Teil der gesamten Existenz, sondern in einem gewissen Sinn das Ganze.
Dieses Ganze ist aber so beschaffen, dass es nicht mit einem einzigen Blick übersehen werden kann.

Wir können uns deshalb flach auf den Boden werfen und uns auf Mutter Erde ausstrecken und dabei die feste Überzeugung haben, dass wir eins sind mit ihr und sie eins mit uns.
Wir sind ebenso fest und unverwundbar wie sie, ja sogar tausende Mal fester und unverwundbarer.
So sicher, wie sie uns morgen verschlingen wird, so sicher wird sie uns neu schaffen und uns neuem Streben und Leiden aussetzen. 
Dies wird nicht “eines Tages” geschehen, nein, jetzt, heute, jeden Tag bringt sie uns hervor, nicht einmal, sondern tausende und abertausende Male, so wie sie uns jeden Tag tausende Male verschlingt.
Denn das, was ewig und immer besteht, ist nur das Jetzt, ein- und dasselbe Jetzt; nur die Gegenwart allein ist unendlich.
– Erwin Schrödinger (1887-1961)

QUELLE: „Die Illusion des Ich“ Alan Watts

Abschied nehmen

Vor langer Zeit lebte in Indien in einem kleinen Dorf eine junge Frau namens Kisa. Sie verliebte sich, heiratete und war sehr glücklich mit ihrem Mann. Bald bekamen sie einen Sohn, den sie beide sehr liebten. Als der Junge zweieinhalb Jahre alt war, erkrankte er jedoch plötzlich und starb. Kisas Welt brach zusammen. Von ihrer Trauer überwältigt, wollte sie nicht glauben, dass ihr Junge wirklich tot sein sollte. Sie nahm den kleinen Leichnam in ihre Arme und ging mit ihm durch das ganze Dorf, fragte überall verzweifelt nach einer Medizin, die den Jungen heilen könnte. Schließlich führte ihr Weg zu Buddha, und sie bat ihn um seine Hilfe. Buddha schaute Kisa mit vollem Mitgefühl an und sagte: „Ich werde dir helfen, aber zuvor benötige ich eine Handvoll Senfkörner.“

Als Kisa hoffnungsvoll sofort zusicherte, sie sei bereit alles zu tun, um die benötigte Menge Körner zu besorgen, entgegnete Buddha, „Aber die Körner müssen aus einer Familie stammen, in der niemand sein Kind, seinen Partner oder seine Eltern verloren hat. Alle Körner müssen aus einem Haus sein, wo der Tod noch nie zu Besuch war.“

Kisa ging von Haus zu Haus und fragte nach Senfkörnern. Doch in jedem Haus erhielt sie die gleiche Antwort. „Natürlich können wir dir Senfkörner geben, aber es gibt bei uns weniger Lebende als schon Verstorbene.“ Jeder hatte entweder die Mutter oder den Vater, seine Frau oder den Mann, den Sohn oder die Tochter verloren. Sie besuchte viele Familien und hörte immer wieder von verschiedenen Verlusten. Nachdem sie jedes Haus im Dorf besucht hatte, öffneten sich ihre Augen und sie verstand, dass niemand in seinem Leben von Verlust und Trauer verschont bleibt, und dass sie nicht alleine war. Ihre Trauer verwandelte sich in Mitgefühl für alle anderen trauernden Menschen. Jetzt war sie in der Lage, sich von ihrem Sohn zu verabschieden und ihn zu beerdigen.

Gefunden bei: engelbrecht-media.de

Welt aus der Vogelperspektive

Wenn man sich die Welt aus der Vogelperspektive ansieht, hat man das seltsame Gefühl, dass wir schon alles haben – uns fehlt nur eine Menschheit.  
Als zum Beispiel in Äthiopien die Menschen starben – eintausend Menschen pro Tag – schüttete man in Europa Nahrungsmittel im Wert von Milliarden von Dollar ins Meer.  
Jeder, der sich das von außen ansieht, muss denken, die Menschheit ist verrückt.
Tausende von Menschen sterben, und ganze Berge von Butter und anderen Nahrungsmitteln werden ins Meer geschüttet.
Aber die Sorge der westlichen Welt ist nicht Äthiopien; ihre Sorge ist, wie sie ihre Wirtschaft und ihren Status Quo retten kann.
Und um ihre Wirtschaftsstrukturen zu schützen, ist sie bereit, Nahrungsmittel zu vernichten, die Tausenden von Menschen das Leben hätten retten können.
Die Probleme sind weltweit – die Lösungen müssen ebenfalls weltweit sein.  
Und was ich sehe, ist absolut klar – dass es irgendwo Dinge gibt, wo sie nicht gebraucht werden, und woanders das nackte Leben von ihnen abhängt.
Eine Weltregierung heißt, dass man sich die gesamte Situation dieses Erdballs ansieht und die Dinge dorthin bringt, wo sie gebraucht werden.  
Wir sind eine Menschheit.
Und sobald wir als eine Welt denken, gibt es nur noch eine Wirtschaft.  
Als Amerika das letzte Mal seine Nahrungsmittel versenkte, kostete das bloße Versenken Millionen von Dollar.
Das ist nicht der Wert der Produkte, sondern nur die Kosten für den Transport zum Meer und für das Versenken.
Und Amerika hat selber dreißig Millionen Menschen, die es sich nicht leisten können, genug zu essen.
Es handelt sich also nicht einmal darum, es anderen zu geben, sondern es dem eigenen Volk zu geben.  
Aber das Problem wird dadurch kompliziert, dass wenn man dreißig Millionen Menschen umsonst verpflegt, andere dann anfangen werden zu fragen:
„Warum sollten wir für unser Essen bezahlen?“
Dann fallen die Preise für alles. Wenn die Preise fallen, werden die Bauern nichts mehr produzieren wollen.
Wozu auch?
Und so lässt man, aus Angst davor, die Wirtschaft durcheinander zu bringen, dreißig Millionen Menschen auf den Straßen verhungern und schüttet die Überschussproduktion immer weiter ins Meer.  
Damit nicht genug – dreißig Millionen Menschen leiden in Amerika an Überernährung.
Dreißig Millionen Menschen sterben an Krankheiten, die durch Überernährung verursacht werden, dreißig Millionen Menschen sterben, weil sie nichts zu essen haben – sechzig Millionen Menschen können mit etwas Einsicht sofort gerettet werden.
Aber wir brauchen eine Vogelperspektive, um die ganze Welt als eine Einheit zu betrachten.  
Unsere Probleme haben uns in eine Situation gebracht, wo wir den Menschen transformieren müssen – seine alten Traditionen, seine Konditionierungen – weil genau diese Konditionierungen und diese Erziehungssysteme und Religionen, denen der Mensch bis heute gefolgt ist, zu dieser Krise beigetragen haben.  
Dieser globale Selbstmord ist das Resultat all unserer Kulturen, all unserer Philosophien, all unserer Religionen.
Sie haben alle auf verschlungenen Wegen dazu beigetragen… weil niemand je das Ganze im Auge hatte.  Jeder hat immer nur ein kleines Stück im Auge gehabt und nicht an das Ganze gedacht.
Und das Allergefährlichste ist, dass alle Nationen unseren Selbstmord im Namen von Krieg und Sieg vorbereiten – lauter kindisches, dummes Zeug.  
Das wird z.B. an der Art deutlich, wie die Nationen einen Fetzen Stoff als ihre Fahne verehren, und es um Ruhm und Freiheit geschehen ist, wenn sie ihnen weggenommen wird – wehe, man beleidigt die Fahne der Nation!
So sieht es mit der Verblödung der Menschen aus.  
Es ist eine einfache Tatsache, dass die Welt ungeteilt ist.  
Wozu sind so viele Nationen nötig, außer das sich sehr viele Leute damit ihre Ego-Trips erfüllen?
Aus keinem anderen Grund sind sie nötig.
Warum sollte sich Deutschland vor Immigranten fürchten und den Deutschen Anreize geben, mehr Kinder zu produzieren, wo doch die Erde an Überbevölkerung stirbt.  
Wenn es eine Weltregierung gäbe, könnte die Bevölkerung von einem Ort an den anderen gebracht werden.
Wann immer die Bevölkerung zu schrumpfen anfängt, könnte sie aus den wachsenden Bevölkerungen anderer Nationen ergänzt werden.
Wenn es nur noch eine Weltregierung gibt, ohne Teilung in Nationen, und außerdem Bewegungsfreiheit, ohne Pässe und Visa und dergleichen idiotischer Auflagen, dann lassen sich die Probleme ohne weiteres lösen.

-Osho- https://www.osho.com/de/read/osho/nations-are-out-of-date

Bewusstsein

Eben jetzt sind Sie BEWUSSTSEIN, das als eine Figur
in Ihrem Theaterstück erscheint.
Vielleicht glauben Sie noch einer Bestätigung dafür zu bedürfen.
Vergessen Sie es.
Entspannen Sie sich. Sie sind bereits DAS.

Mit liebevollen Grüßen von Ihnen selbst an Sie selbst.

Dalai Lama: Ethik ist wichtiger als Religion

Interview von Franz Alt mit dem Dalai Lama

Das gab es noch nie: Einer der wichtigsten und populärsten Religionsführer der Welt sagt als Reaktion auf die Terrorakte in Paris Anfang Januar: „An manchen Tagen denke ich, es wäre besser, es gäbe keine Religionen.“

Das charismatische Oberhaupt des tibetischen Buddhismus ist zunehmend skeptisch gegenüber Religionen, weil sie auch Gewalt, Fanatismus und Intoleranz hervorbringen.
In einer Aufsehen erregenden Rede sagte er an diesem Sonntag in Basel vor über 7.000 Besuchern: „Wir brauchen eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen“. Ich hatte Gelegenheit, den Dalai Lama nach dieser Aussage zu fragen. Er formuliert dabei einen „Basler Friedensappell“ in einer Zeit, in der mitten in Europa nach Jahren des Friedens wieder ein furchtbarer Krieg herrscht.

„Voraussetzung für Frieden ist mehr Mitgefühl und eine ganz neue Ethik, eine Ethik ohne Religion“, sagt er. Das Wissen und die Praxis von Religion seien zwar hilfreich, aber es gehe auch ohne Religion und auch ohne Buddhismus, gibt er sich überzeugt. Wir bräuchten eine „säkulare Ethik“, die auch für die etwa eine Milliarden Atheisten hilfreich und brauchbar sei. „Be a kind person“ („Seien Sie einfach ein netter Mensch“) sei auch möglich, wenn man nicht glaube, sagt der Dalai Lama und lacht sein weltbekanntes gurgelndes Lachen, das so etwas wie sein Markenzeichen ist und immer ansteckend wirkt – auch in das Basler St. Jakobshalle. Er habe gute Beispiele religionsfreier Ethik im Unterricht in der ganzen Welt erlebt. Nach den Grundlagen einer säkularen Ethik gefragt, antwortet er: „Bildung, Respekt, Toleranz und Gewaltlosigkeit, mehr innere Werte.“

Leider gebe es unter den sechs Milliarden „Gläubigen“ auf der Welt „viele Korrupte“, die nur ihre eigenen Interessen verfolgten. Im 20. Jahrhundert seien die materiellen Interessen zu stark gelehrt und gefördert worden. „Innere Werte müssen das 21. Jahrhundert prägen“, sagt er und lacht schon wieder. „Dann wird unser Jahrhundert ein Jahrhundert des Friedens und des Dialogs. Allerdings wird es äußeren Frieden erst geben, wenn es mehr inneren Frieden gibt. Das gilt für alle aktuellen Konflikte: In der Ukraine, im Nahen Osten, in Afghanistan, in Nigeria. Fast überall ist auch religiöser Fundamentalismus einer der Kriegsgründe“.

Für eine weltweite säkulare Ethik bedürfe es freilich noch weltweiter Forschung. Darüber sei er sich mit vielen Wissenschaftlern einig, vor allem mit Hirnforschern und Pädagogen. Die moderne neurobiologische Forschung lege nahe, dass sich altruistisches und weniger egoistisches Verhalten für alle lohne. Im Gegensatz zu Tieren könnten sich Menschen altruistisch verhalten und auch das Fremde umfassen und sich am Wohlergehen anderer orientieren. Aber dafür bräuchte es noch Aufklärung. Je stärker Menschen daran glaubten, dass sich auch andere altruistisch verhalten, desto eher tun sie es selbst. „Altruismus macht uns einfach glücklicher“.

„Für dieses Forschungsinteresse bin ich vor 20 Jahren noch belächelt worden. Heute wird es zunehmend anerkannt. Wer Altruismus nicht anerkennt, kann nicht verstehen wie Politik und Märkte wirklich funktionieren.“ Im aktuellen Ukraine-Konflikt bedeute das: „Osteuropa braucht Westeuropa und Westeuropa braucht Osteuropa. Also: Redet miteinander. Begreift, dass wir heute im Zeitalter der Globalisierung in e i n e r Welt leben. Das neue Motto muss heißen: Euer Interesse ist unser Interesse. Fundamentalismus ist immer schädlich. Die Konzepte von gestern helfen uns nicht mehr weiter. Gerade für Kinder, also für die Erwachsenen von morgen, ist Ethik wichtiger als Religion. Auch der Klimawandel ist nur global zu lösen. Gewalt und Egoismus sind der grundsätzlich falsche Weg. Die wichtigste Frage für eine bessere Welt heißt: Wie können wir einander dienen? Dafür müssen wir unser Bewusstsein schärfen. Das gilt auch für Politiker“. Wir benötigten positive Geisteszustände. Er übe das täglich viele Stunden. Das sei wichtiger als ritualisierte Gebete. Kinder sollten Moral und Ethik lernen. Das sei hilfreicher als Religion.

Der 79-jährige sagt schließlich zum Abschied: „Kriege im Namen der Religion sind schwer zu ertragen.“ Der Friedensnobelpreisträger von 1989 versteht sich als ein moderner Friedensengel jenseits aller Religionen.

https://www.amazon.de/Appell-Dalai-Lama-die-Welt

Der alte Mann und das Pferd

Chinesische SchriftzeichenDeutsche Übersetzung
夫禍富之 (auch 夫禍福之) 轉而相生,Glück und Unglück erzeugen sich gegenseitig
其變難見也。und es ist schwierig ihren Wechsel vorauszusehen.
近塞上之人有善術者,Ein rechtschaffener Mann lebte nahe der Grenze.
馬無故亡而入胡。Ohne Grund entlief ihm (eines Tages) sein Pferd auf das Gebiet der Barbaren.
人皆吊之。(auch 人皆弔之。)Alle (Leute) bedauerten ihn.
其父曰:Sein Vater (aber) sprach (zu ihm):
„此何遽不為福乎?“„Wer weiß, ob das nicht Glück bringt?“
居數月,Mehrere Monate später
其馬將胡駿馬而歸。kam sein Pferd zurück mit einer Gruppe (guter, edler) Barbarenpferde.
人皆賀之。Alle (Leute) beglückwünschten ihn.
其父曰:Sein Vater (aber) sprach (zu ihm):
„此何遽不能為禍乎?“„Wer weiß, ob das nicht Unglück bringt?“
家富良馬,Ein reiches Haus hat gute Pferde
其子好騎,und der Sohn stieg mit Freuden auf (liebte das Reiten).
墮而折其髀。Dabei fiel er und brach sich ein Bein.
人皆吊之。Alle (Leute) bedauerten ihn.
其父曰:Sein Vater (aber) sprach (zu ihm):
„此何遽不為福乎?“„Wer weiß, ob das nicht Glück bringt?“
居一年,Ein Jahr später
胡人大入塞,fielen die Barbaren über die Grenze ein.
丁壯者引弦而戰,Die erwachsenen Männer bespannten ihre Bögen und zogen in den Kampf.
近塞之人,死者十九,Neun von zehn Grenzbewohnern wurden dabei getötet,
此獨以跛之故,mit Ausnahme des Sohnes wegen seines gebrochenen Beins.
父子相保。Vater und Sohn waren geschützt (überlebten beide).
故福之為禍,Daher: Unglück bewirkt Glück
禍之為福,und Glück bewirkt Unglück.
化不可極,Dieses passiert ohne Ende
深不可測也。und niemand kann es abschätzen.

Einladung zum Tanz

Mit dem ersten Lehm der Erde
formten sie den letzten Menschen.

Und säten dann den Samen auch der letzten Ernte.

Ja, am ersten Morgen dieser Schöpfung
wurde bereits geschrieben,
Wie die letzte Morgenröte des Gerichtes
sich lesen wird.
Omar Khayyam-

Talmudische Ethik (Judaizm)

Es gibt bereits einige Besonderheiten der Ethik der Zeit des Talmud.
Zentral ist dabei die Stelle aus Levitikus (3. Buch Mose) 19, 18, die in christlichen Kreisen oftmals so zitiert wird:
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.
Näher beim hebräischen Urtext wäre jedoch die Übersetzung:
„Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du“.
Weite Teile des Talmud und auch vieles in der Tora sind Erläuterungen zur konkreten Umsetzung dieser Nächstenliebe.

Der bekannteste rabbinische Text im Zusammenhang mit Ethik ist der Traktat Avot aus der Mischna, der oftmals Pirkej Avot genannt wird, d. h. Sprüche der Väter.
Dies ist eine Zusammenstellung von Aussprüchen verschiedener jüdischer Gelehrten, aufgeteilt in sechs Kapitel.
Bekannt ist zum Beispiel der Ausspruch von Hillel im ersten Kapitel:
Wenn ich nicht für mich bin, wer ist für mich?
Und bin ich nur für mich, was bin ich?
Und wenn nicht jetzt, wann denn?
Der Beginn des vierten Kapitels lautet:
Der Sohn von Soma sagt: Wer ist ein Weiser? Wer von jedem Menschen lernt.
Wer ist ein Held? Wer seinen Trieb beherrscht (d. h. sich selbst beherrscht).
Wer ist reich? Wer sich an seinem Anteil freut.
Wer wird geehrt? Wer andere Menschen ehrt.

Prinzipien der Ethik im Islam

Die grundlegendsten Eigenschaften eines Muslim sind Frömmigkeit und Demut.  
Ein Muslim muss vor Gott und anderen Menschen demütig sein.  

“Und weise den Menschen nicht verächtlich deine Wange und schreite nicht ausgelassen (in Übermut) auf Erden; denn Gott liebt keine eingebildeten Prahler.  
Und schreite gemessenen Schrittes und dämpfe deine Stimme; denn wahrlich, die widerwärtigste der Stimmen ist die Stimme des Esels.” 
(Quran 31:18-19)

Muslime müssen ihre Wünsche und Begierden unter Kontrolle haben.

Ein Muslim sollte nicht eitel sein oder an den flüchtigen Vergnügungen dieser Welt hängen. Während die meisten Menschen der materiellen Welt erlauben, ihre Herzen zu füllen, sollten Muslime Gott in ihren Herzen bewahren und die materielle Welt in ihrer Hand.  
Anstatt am Auto und am Job, dem Diplom und dem Bankkonto zu hängen, sollten alle diese Dinge nur Mittel dazu sein, uns zu besseren Menschen zu machen.  

“An dem Tage, da weder Besitz noch Söhne (etwas) nützen, sondern nur der (gerettet werden wird), der mit reinem Herzen zu Gott kommt.”
(Quran: 26:88-89)

Vers 177 von Sura al-Baqarah:
“Es ist keine Frömmigkeit, wenn ihr eure Angesichter in Richtung Osten oder Westen wendet;
Frömmigkeit ist vielmehr, dass man an Gott glaubt, den Jüngsten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten und vom Besitz – obwohl man ihn liebt – den Verwandten gibt, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und für den Freikauf von Sklaven, dass man das Gebet verrichtet und die Zakah (Almosen) entrichtet.  
Es sind diejenigen, die ihr Versprechen einhalten, wenn sie es gegeben haben, und diejenigen, die in Elend, Not und in Kriegszeiten geduldig sind; sie sind es, die wahrhaftig und gottesfürchtig sind.”

“Mein Erhalter hat mir neun Befehle gegeben:
Gottes bewusst zu bleiben, sei es privat oder öffentlich;
die Wahrheit zu sprechen, egal ob im Ärger oder in Zufriedenheit;
Bescheidenheit zeigen, ob ich arm bin oder reich,
die Freundschaft wiederherzustellen mit denen, die sie mit mir gebrochen haben,
dem zu geben, der mich zurückweist,
dass meine Stille mit Gedanken beschäftigt sein sollen;
dass mein Blick eine Ermahnung sein soll
und dass ich befehlen soll, was Rechtens ist.”